Fascination With Sound (INAK 78071)

12 Titel aus verschiedenen Genres, die Günther Nubert und sein Team inspirieren, Lautsprecher zu kreieren, sind hier auf einer toll klingenden Doppel-LP vereinigt.

Interpreten und Songs sind zwar mehr oder weniger bekannt, wissen indessen dank der makellose Produktion (DMM, 180 g, 2 x 45 rpm) und der tadellose Fertigung (in-akustik) speziell zu gefallen. Diese Auswahl besteht nicht nur aus schönen Songs aus Jazz und Folk, sondern besticht mit traumhaft guter Aufnahmequalität: Ob Singer-Songwriter Allan Taylor aus dem Hause Stockfisch, Jazz-Drummer Wolfgang Haffner, der zuletzt bei Act veröffentlichte, oder Stars wie das Tingvall Trio, Kari Bremnes und Legenden wie Arne Domnerus – sie alle finden sich auf dieser von Hans-Jörg Maucksch bei Pauler Acoustics gemasterten Doppel-LP.Eine Kompilation für Geniesser. (U.M.)

fascinationsount.jpg

Das Klangschloss 2019 ist Geschichte

Es ist schon Tradition: Die AAA-Switzerland war auch dieses Jahr im Klangschloss in Greifensee vertreten. Dieses Mal zwar wiederum im Schloss selber, da das benachbarte Pfarrhaus immer noch im Umbau ist. Dennoch hatten wir einiges mehr an Platz als im Vorjahr und konnten wieder eine «richtige» Plattenbörse einrichten.

Erfreulich viele Besucher und Besucherinnen waren an den beiden Tagen im Schloss und so ergaben sich viele anregende Gespräche – für die AAA Switzerland ein voller Erfolg. (UW)

Generalversammlung 2019 – Rückblick

Die diesjährige Generalversammlung der AAA-Switzerland hat am 23. März 2019 in Niederbüren (SG) stattgefunden. Alle Geschäfte wurden einhellig genehmigt. Markus Thomann (vom «Klangschloss») nimmt neu im Vorstand Einsitz. Ein zusätzlicher Bericht über die weiteren Themen sowie Eindrücke vom vorgängig besuchten Pop- & Rock-Museum folgen im Sommerheft, dem ebenfalls das GV-Protokoll beiliegen wird. (U.M.)

Bilder Jean Niederberger

AAA-MASTERBANDKOPIE: «THE JAZZ TRIO»

Das war eigentlich die ursprüngliche Idee, nachdem es Thomas Breitinger im Vorfeld des Analog-Forums Basel vom November 2017 gelungen war, eine Jazz-Live-Session mit analoger Aufnahme zu organisieren: Masterband-Kopien für die Tonbandmaschinen-Fans unseres Vereins zu produzieren. Die ebenfalls bereits umgesetzte Möglichkeit der Produktion einer LP ergab sich erst später.

von Peter Haller

ZUTATEN

  • Zwei gut eingemessene Bandmaschinen, eine zum Abspielen, die andere für die Aufnahme: Studer A810 und Studer A807

  • Das im Studio abgemischte Masterband (in diesem Fall dasselbe wie für den Lackfolien-Schnitt)

  • Ein neues Leerband SM911 auf Alu-Spule

  • XLR-Kabel

  • Isopropyl-Alkohol

  • Eine Magnetdrossel

  • Vor- und Nachlaufband in den Farben nach Studio-Norm

  • Band-Klebestreifen

  • Labels zur Beschriftung und Dekoration der Klappbox sowie der Spule

VORBEREITUNG

Um beim Kopiervorgang gute Resultate zu erzielen, sollten die Tonköpfe und Umlenkrollen immer zuerst mit dem Alkohol gereinigt werden. Ebenso die Entmagnetisierung mit der Drossel gehört zum Standard, aber bitte bevor sich die Bänder in Maschinennähe befinden. Was die Folgen der Umkehr wären, kenne ich zum Glück nicht aus eigener Erfahrung, nur vom Hörensagen.

Da das Masterband eine Studioband-Spule mit 1000 m ist, muss dieses auf der Abspielmaschine als Offenwickel auf einen Teller von min. 28 cmmontiert werden. Vom aufrechten Betrieb der Maschine ist damit abzuraten, ausser man sucht den Nervenkitzel. Trotz Alu-Spule habe ich auch die Aufnahmemaschine liegend betrieben.

Jetzt werden an der Aufnahmespule die Farbbänder angeklebt: Rot/weiss für 15 IPS bzw. blau/weiss für 7.5 IPS am Bandanfang, gelb für alle Geschwindigkeiten am Auslauf. Dann einmal das neue Band im Schnellgang umspulen und den Staub vom Bandschnitt wegblasen und kontrollieren, ob die Köpfe immer noch sauber sind.

Inzwischen sind die Maschinen schon etwas warmgelaufen. Jetzt werden Entzerrung, Geschwindigkeiten und Pegel justiert; resp. bei Studiomaschinen kann in der Regel im kalibrierten Modus vorgegangen werden, was bedeutet, dass die Aussteuerung nach Studionorm erfolgt. Beide Bänder werden nun sauber an den Anfang positioniert und die Zählwerke auf null gestellt.

AUFNAHME

Beide Maschinen starten, die Aufnahmemaschine zusätzlich durch Betätigung der Record-Taste. Probehören mit Kopfhörer auf der Aufnahmemaschine, mit dem Signalausgang in der Stellung «Repro», was bedeutet, dass man das hört, was die Aufnahmemaschine auf dem Wiedergabekopf ausgibt. 35 Minuten warten. Fertig. Das Aufnahmeband wird nicht an den Anfang zurückgewickelt, um ein Vor-Echo zu verhindern, welches durch den Kopiereffekt benachbarter Bandlagen auf der Spule hervorgerufen werden kann. Zu diesem Vorgehen wird einhellig geraten.

NACHARBEITEN

Jetzt bleibt noch die Dekoration von Klappbox und Spule. Das Ganze soll ja auch schick aussehen. Dann Lieferschein und Rechnung erstellen, verpacken, adressieren und zur Post bringen –in der Hoffnung, den Empfänger mit dem neuen Band zu erfreuen.

Klar, dass sich im Konkurrenzkampf der Tonträger die LP durchsetzen konnte, zumal diese zulasten der Vereinskasse den Mitgliedern gratis abgegeben wurde.

Doch die beinharten Liebhaber des Magnetbandes nahmen die Gelegenheit trotzdem wahr. Immerhin 16 Mitglieder orderten ein Band. Ausgeliefert wurde in den Formaten 2-Spur 15 IPS (CCIR) und 7.5 IPS (CCIR und NAB Entzerrung), auf ¼-Zoll-Band vom Typ SM911 mit Alu-Spule und schöner Klappbox im selben Dekor wie die LP.

Bei Thomas glüht es seit kurzem …

von Thomas Breitinger

Seit ein paar Wochen bin ich Besitzer eines Röhrenvollverstärkers Luxman SQ38FD. Und das kam so:  

Auf ebay Kleinanzeigen hatte eine jbl PA Box Modell 4508 mein Interesse angeregt. Der Besitzer wohnt etwa 20 Kilometer östlich des Bodensees und ich beschloss, den Verkäufer zu besuchen. Die JBLs stammten aus einem Club der ehemals in der Region stationierten US Truppen. Es zeigte sich, dass die JBLs ziemlich viele Betriebsjahre «auf dem Rücken» hatten, weshalb ich den Kauf verwarf.

luxman_web.jpg

Dann fiel mein Blick auf einen ebenfalls zum Verkauf stehenden Luxman mit dem der Verkäufer die JBLs vorführte. Der Klang, aber natürlich auch der Retro-Look, sprachen mich an. Offenbar sei das Gerät revidiert und «obendrauf» stand ein zusätzlicher Satz New/Old Stock Originalröhren zur Verfügung. Schon einige Zeit spielte ich mit dem Gedanken, meine grossen Electro Voice Hörner von Röhren antreiben zu lassen. Einfach aus Lust an der Sache. Da mir Preis / Leistung für den Luxman einigermassen «im Lot» schien, beschloss ich, das Experiment zu wagen. Ich kaufte also diesen Luxman, fuhr nach Hause und schlaufte ihn in die Anlage ein. Anmerkung: Ich betreibe die EVs über die Original-Aktivweichen aus dem Kinobetrieb. Die Bässe laufen an Transistoren, die Hörner also neu über den Luxman, der auch die Rolle des Vorverstärkers übernimmt.

So und da steht er nun glühend – und – es klingt wie erhofft: etwas weicher als bisher mit Accuphase Vor- und Endverstärker. Ja, das ganze rauscht ein bisschen, auch weil die EVs einen hohen Wirkungsgrad haben. Stören tut es wenig, sobald Musik erklingt, übertönt sie das Geräusch. Wer Lust hat, darf gerne bei mir vorbeihören.

Ach ja: für Technik-Interessierte: Mein Luxman stammt aus der dritten Generation um 1970 und verfügt über rund 2x30 Watt. Mehr Infos gibt es hier: http://www.luxman-hifi.ch/ausfuehrlich_Vollverstaerker/SQ-38_u.html